Goethe in Rom
 

Der deutsche Künstler und Gelehrte verweilte zwischen 1786 und 1788 zwei Mal in Rom (insgesamt 15 Monate).
Als "nordischer Flüchtling" war er fasziniert von der Sinnlichkeit des Südens, dem freieren, leichteren Lebensgefühl der Italiener und ihrer heiteren Gelassenheit.

"O wie fühl ich in Rom mich so froh! Gedenk ich der Zeiten da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing, Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte, Farb- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag."

Der junge Goethe gemalt von Angelica Kauffmann 1787

Der junge Goethe gemalt von Angelica Kauffmann 1787

Am 30. Oktober 1786, einen Tag nach seiner Ankunft in Rom, zog Goethe in die Wohnung des Malers Johann Heinrich Tischbein am Corso, zusammen mit zwei anderen deutschen Malern. Goethe besuchte Roms vergessene Denkmäler, wohnte dem römischen Karneval bei, verkehrte mit deutschen Diplomaten und Gelehrten, nahm an den ausgelassenen Volksfeste teil, zog sich oft in sein Zimmer zurück um seinen literarischen Werken nachzugehen.

 Die Kulturführung bringt den kulturorientierten Rombesucher zu einigen ausgewählten Stationen, die J.W. Goethe während seiner beiden Aufenthalte aufsuchte und in der 'Italienischen Reise' (1829 erschienen) verewigte.

weitere Informationen

Piazza del Popolo

Piazza del Popolo

Piazza del Popolo

Piazza del Popolo gestochen von Giambattista Piranesi

Piazza del Popolo gestochen von Giambattista Piranesi

Die Piazza del Popolo begrüsste Goethe schon während seiner Anreise über die Via Flaminia am 29. Oktober 1786. Wie alle Rom-Reisende kam er über eine alte Konsularstrasse, die Via Flaminia, die auch während des Mittelalters als wichtigste Pilgerstrasse vom Norden her diente. Bis zum Bau der Autobahnen begrüßte und verabschiedete sie die nordeuropäischen Romreisenden.

 

Via del Corso - "Casa di Goethe"

Casa di Goethe Rom Fuehrung

Casa di Goethe Rom Via del Corso

Giovanni Battista Nolli Nuova Topografia di Roma del 1748

Giovanni Battista Nolli - Stich Roms aus 1748

Die Wohnung am Corso gilt als Goethes römisches Refugium. Die in der Künstlerwohngemeinschaft entstandenen Zeichnungen skizzieren eindrucksvoll die private und ungezwungene Atmosphäre, die den Dichter in Rom umgab.

 

 

 

Villa Medici al Pincio 

Villa Medici Rom (Gartenseite)

Villa Medici al Pincio (um 1550-60)

Goethe verbrachte in der Villa Medici am Pincio eine turbulente Nacht. Es war der 19.Februar 1787, als der Weimarer hier vor einem Gewitter Zuflucht suchte. Seit 1804 ist in der Villa die Académie de France untergebracht. Die berühmte Institution wurde 1666 zur Förderung französischer Künstler und Gelehrte in Rom gegründet.

 

 

 

Spanische Treppe - Trinità de' Monti

Stich von Piranesi

sog. "Spanische Treppe" - Stich von Piranesi

Die Spanische Treppe und SS.Trinità dei Monti waren in 10 Minuten von der Wohnung Goethes zu erreichen.

Die Gegend war beliebter Treffpunkt der ausländischen aus dem Norden, hier lebte auch Johann Friedrich Reiffenstein, ein deutscher Cicerone für prominente Reisende, ein Maler, Antiquar, und Kunstagent in Rom. Nicht unweit war Angelika Kauffmann zu Hause.

Der knapp 60 Jahre vor Goethes Ankunft fertiggestellte Spanische Platz hatte von seinem Glanz schon eingebüsst: Die Zeit des Spätbarocks wurde von dem französischen Rokoko und von der Revolutionskunst bald eingeholt.

 

Caffè Greco (Via Condotti 86)

Caffe Greco Rom

Caffe Greco In der Via Condotti 86

Das Kaffee wurde 1760 von einem Griechen (il greco) eröffnet. Es wurde zum beliebten Treffpunkt der deutschen Künstler und "Grand-Touristen" in Rom ("Caffè dei Tedeschi"). Heute stehen die Italiener an der Theke und trinken ihren Espresso, während die Touristen an den Tischen vor oder unter den Porträts der vormaligen Besitzer des Cafés sitzen.

Palazzo di Montecitorio

Palazzo Montecitorio Rom

Palazzo Montecitorio

Goethe beschreibt den Platz im September 1787. Der Obelisk kam erst 1792 dazu, als Pius VI. ihn aufrichten ließ.

"Die herrlichen ägyptischen Denkmale erinnerten uns an den mächtigen Obelisk, der (...) nunmehr aber in Stücken, umzäunt von einem Bretterverschlag, in einem schmutzigen Winkel auf den kühnen Architekten wartete (...). Er ist überall mit zierlichen naiven Figuren, obgleich in dem bekannten Stil, übersäet."

Quirinalsplatz

Cioci Antonio Fiorentino kl

Cioci Antonio Fiorentino - Piazza del Quirinale

Zu Goethes Zeiten diente der Palazzo al Quirinale noch als päpstliche Residenz. Goethe beschreibt in seinem Tagebuch den festlichen Besuch am 3.November 1786, zusammen mit Tischbein:

"Der Platz vor dem Palaste hat was ganz eignes Individuelles, so unregelmäßig als grandios und lieblich. Die beiden Kolossen erblickt' ich nun! Weder Auge noch Geist sind hinreichend, sie zu fassen. (...) In diesen Vorsälen, der Kapelle gegenüber, in der Ansicht der Reihe von Zimmern, fühlt man sich wunderbar unter einem Dache mit dem Statthalter Christi [der Papst]."


Sonderprogramm: Goethe und die Antike

Goethe in der römischen Campagna - Tischbein 1786/7

Goethe in der römischen Campagna - Tischbein 1786/7

 

Winckelmann Geschichte der Kunst des Altertums

Winckelmann Geschichte der Kunst des Altertums 1764

Sein Zugang zu antiker Kunst war durch die Schriften Winckelmanns geprägt. Goethe entwickelte diese idealisierende Kunstanschauung weiter: Er erstrebte mehr als eine bloße Nachahmung antiker Ideale, suchte das Verhältnis von Kunst und Natur neu zu bestimmen. Aussagekräftig sind in diesem Zusammenhang die Beschreibungen seiner Besuche in den (ehem.) farnesianischen Gärten am Palatin, welche er auch in Skizzen festhielt.

Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste! Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern, Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.

 


 Weiterführende Informationen im Web:

http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/goethe-italien.html

http://www.casadigoethe.it/

Info zur tour

Stichwörter:

Dauer: 3 Stunden

Anspruch: hoch

Treffpunkt: Piazza del Popolo - Zeit: 09:30h oder 13:15h

Ende: Kapitolsplatz

Touristische Route: Ja

öffentl.Verkehrsmittel: Nein

Preis: 120-160€

Zusätzl. Eintritte: nein

Rezensionen

Philipp Karl Lanzner und Familie
 

Sehr gute Betreuung aber das Thema war (für uns) zu kompliziert. Wir waren noch nie in Rom und haben einfach die falsche Führung gebucht. Zu speziell.
Aber romaculta hat das trotzdem toll gemacht! Das muss man sagen.

Dr.Simon Horrosch (Basel)
 

Die Goethe-Führung war schon anspruchsvoll, man musste dem roten Faden immer aufmerksam folgen. Unser Guide Alex kam mit Bildmaterial und trug Goethe-Zitate vor.
Man geht viel.